Splitterlicht

Pflichtbewusstsein ist, was man tut. 
Loyalität, wem man dabei in den Rücken fällt.

In einer Welt, in der Götter die Himmelskörper lenken und das Leben des Einzelnen nichts zählt, steigt eine Gruppe in die Tiefe – ausgesandt um Splitter zu beschaffen. Doch dort unten erwarten sie keine Schätze, sondern Albträume aus Stein und Schatten. Während sie ums Überleben kämpfen, ahnen sie nicht, dass ihr Leben Teil eines grausamen Spiels ist, das andere längst über ihr Schicksal entschieden haben. Zwei Frauen kämpfen um ihr Leben – und verlieren dabei sich selbst, bevor sie begreifen, wofür sie kämpfen.

Die Sonnen verspotteten Skyra, da war sie sich sicher. Als würden sie wissen, wessen Todesurteil heute unterschrieben wird. Grell brannten sie auf die Welt. Wohl wissend, dass ihr Licht bald versiegte. Und dann würde die Dunkelheit kommen. Die, die aus dem Riss stieg. Die, die Namen fraß und vergaß.
Die Kirche sagte, die Dunkelheit im Riss wäre eine Strafe der Götter. Skyra wusste: Keiner kam zurück, wie er gegangen war.
Heute war der Tag der Auslosung. Ihre Stiefel polterten über die Planken des Piers. Der salzige Wind zerrte an ihrem goldenen Haar und blähte ihre Tunika auf wie ein Segel.
Der goldene Splitter auf ihrer Brust – das Wappen der Stadt Attica – glänzte so hell, dass es sie für jeden wie eine schimmernde Zielscheibe erscheinen ließ.
Befehle hallten über die Docks. Männer schrien, Fässer rollten, Taue knarzten. Das Grollen der Lasten vibrierte durch ihr Kettenhemd und rollte bedrohlich über ihre Knochen. Irgendwo unter ihr war das dumpfe, stetige Schlagen der Welle zu hören.
Wie eine uralte Uhr, die die letzten Sekunden zählte.

Der Roman ist abgeschlossen und aktuell auf Agentursuche.

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